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Die Erinnerung an die faschistische Barbarei wachhalten!

Erstellt am: 27 Januar, 2016 | Kommentieren

Bild 1

Heute fand die Gedenkfeier zum 71. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im King-Haus mit anschließender Kranzniederlegung in Hoyerswerda statt. DANKE an die Organisatoren und Schüler/innen für die bewegenden Momente. Ich durfte die Gedenk-Rede halten.

Meine Rede zum Gedenktag an die Opfer des Faschismus am 27. Januar 2016 anlässlich der Gedenkfeier; organisiert durch das Schülerprojekt „Wider das Vergessen“ in Hoyerswerda

Sehr geehrter Bürgermeister Herr Delling, sehr geehrte Anwesende, liebe Schülerinnen und Schüler,

heute vor 71 Jahren befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, des größten Vernichtungslagers des Nazi-Regimes. Dieser Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag.

Wir sind heute nicht hier, um uns eines Verbrechens zu erinnern. Denn es war nicht ein Verbrechen, es waren unzählige, die der Faschismus zwischen 1933 und 1945 erst möglich machten. Es waren unzählige Verbrechen, die im Laufe der faschistischen Diktatur geschahen und es sind Schmerz, Leid und Tod von Millionen Menschen, die Opfer dieser Verbrechen wurden. Fast 25 Millionen Menschen fielen dem Wüten der deutschen Faschisten zum Opfer.

Da waren die Juden, die den Hass erdulden mussten, den jahrhundertelange Vorurteile nährten. Da waren die Behinderten, welche eine menschliche Verwertbarkeitslogik das Lebensrecht absprach. Da waren die Sinti und Roma, denen unter dem Vorwand kulturfremde Untermenschen zu sein ihre Rechte und Würde genommen wurden. Da waren Homosexuelle, die als widernatürlich und gotteslästerlich gebrandmarkt und eingesperrt wurden. Und da waren letztlich auch jene, die sich gegen die Verbrecher stellten, die Kommunisten, Sozialdemokraten und auch christliche Widerstandskämpfer.

Alle zusammen waren sie „die Anderen“. Alle zusammen waren sie die Opfer eines von Menschen erdachten Systems zur Vernichtung von Menschen. An ihr Leid wollen wir uns heute erinnern.

Im Gedächtnis der noch lebenden Zeitzeugen von Faschismus und Krieg haben sich unauslöschlich eingebrannt:

  • die unheilvollen Fliegeralarme und Bombardierungen
  • die Nächte im Luftschutzkeller
  • Hunger, Elend, Angst und Gewalt
  • die erlittene Soldatenwillkür
  • der schmerzliche Verlust von Familienangehörigen und Freunden

Diese faschistische Barbarei und das sich aus ihr ergebende schreckliche Vermächtnis rütteln uns auf, nicht zuzulassen, dass das alles jemals verdrängt oder vergessen wird. Die Erinnerung daran muss wachgehalten werden!

Doch wir müssen uns auch daran erinnern, wie dieses Leid entstand. Denn diese Menschen haben uns auch eine Verpflichtung hinterlassen: So etwas darf nie wieder geschehen. So etwas dürfen wir nie wieder zulassen.

Wir dürfen nie wieder Ideologien Raum bieten, die das Lebensrecht eines Menschen auf Grund seiner Ethnie, seine Hautfarbe, seine Religion oder sonst einer Eigenschaft in irgendeiner Weise in Frage stellt.

Wir dürfen nie wieder ein System zulassen, dass Menschen nach Gutdünken das Leben nimmt, auf welchem Weg auch immer, nur weil andere Menschen meinen, dass ihr Leben nichts wert sei.

Wir dürfen nie wieder zulassen, dass „der Andere“ zum Feind erklärt wird, nur weil er anders ist.

Wir dürfen nie wieder zulassen, dass die Masse wegschaut und am Ende nichts gewusst haben will.

Das sind wir den Opfern schuldig,…… mindestens das.

Anhand der heutigen politischen Entwicklung habe ich noch Fragen:

Gibt es diese „Anderen“ nicht heute schon wieder? Beispielsweise die, welche auf der Suche nach einer Zukunft über unsere Grenzen kommen?

Gibt es nicht heute schon wieder die Leute, die meinen nach Gutdünken über deren Schicksal entscheiden zu können?

Gibt es heute nicht schon wieder die Hetzer, die mit Hass und Vorurteilen die Menschen hinter sich scharen?

Gibt es heute nicht schon wieder Leute für die die Missachtung menschlichen Lebens eine akzeptable Haltung ist?

Geschichte wiederholt sich, wenn man sich ihrer nicht erinnert. Deswegen haben wir diesen Tag. Deswegen sind wir hier. Deswegen gedenken wir.

Ich möchte mich ganz herzlich bei den Initiatoren und Unterstützern des Projektes „Wider das Vergessen“ bedanken. Seit 20 Jahren organisiert die RAA Hoyerswerda gemeinsam mit dem VVN-BdA Hoyerswerda dieses Projekt mit fünf Schulen.

Ich möchte mich auch bei den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern für die aktive geschichtliche Auseinandersetzung und Projektarbeit bedanken. Sie leisten einen großen Beitrag zur Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Sie machen Geschichte lebendig und setzen sich aktiv mit ihr auseinander. Dieses Wissen heute ist prägend für ihr Handeln morgen!

Die entscheidende Lehre aus der Geschichte des Faschismus war und ist: Alles zu tun, dass weder in Gegenwart noch Zukunft vom deutschen Boden und vom vereinten Europa ein Krieg ausgehen darf! An dieser Forderung müssen wir alle Menschen, insbesondere Politiker und Militärs, messen. Wie schwer sich damit heute getan wird, zeigt, wie notwendig die aktive Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart ist.

Zum Schluss möchte ich ein interessantes, aber auch nachdenkenswertes Zitat von Arndt Näser (2009), Zeitzeuge aus Königsbrück, vortragen: „Meine Generation kämpfte und verblutete im Zweiten Weltkrieg nicht für Frieden und Freiheit Deutschlands, wie das auch damals behauptet wurde, sondern für Profit-, Raub- und Einflussinteressen den Staat beherrschender Wirtschaftsgruppen. – Jetzt stehen Bundeswehrsoldaten, zunehmend kostensparende „Ossis“, in Ländern, die uns nie bedroht haben. – Nachdenkende Weltkriegsveteranen eint die Erkenntnis: Geändert haben sich bei Deutschlands Militäreinsätzen nur Umstände, Begründungen und Verfahrensweisen, nicht aber Interessenten und volksferne Ziele.“

„Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!“ ist für mich persönlich das wichtigste Anliegen. Dafür lohnt es sich gerade in heutiger Zeit zu engagieren. Ich fordere die jüngere Generation auf, sich mit Geschichte und Politik weiter aktiv auseinander zu setzen. Wir dürfen eine Eskalierung von Gewalt, Rassismus und Abkehr von Menschen- und Grundrechten in unserem Land nicht zu lassen. Aus der Geschichte haben wir dies gelernt!

Marion Junge, Landtagsabgeordnete

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