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Meine Gedanken zu 30 Jahre Deutsche Einheit!

Erstellt am: 2 Oktober, 2020 | Kommentieren


Vor 30 Jahren war ich 27 Jahre alt, Mutter zweier kleiner Kinder, verheiratet und hatte die Wirrungen der politischen Wende als junge Lehrerin erlebt. Ich engagierte mich 1989/90 in der Initiativgruppe SED/PDS, um die DDR zu verändern. Unser Ziel war es, die DDR zu reformieren gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Ich wollte mein Heimatland verändern, verbessern, damit die berechtigte Forderung „Wir sind das Volk“ Realität wird. Deshalb setzte ich mich für mehr Mitbestimmung und Veränderungen im Bildungssystem ein. Als Vertreterin am Runden Tisch der Volksbildung erlebte ich eine sehr spannende, aber auch hasserfüllte Zeit.

Eine spannende Zeit deshalb, weil durch die politischen Veränderungen neue Gestaltungsräume entstanden. Die meisten Menschen wollten Veränderungen – mehr Freiheit, mehr Demokratie, mehr Mitbestimmung!

Am 6. Mai 1990 fanden die ersten freien Kommunalwahlen statt und ich wurde in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Dieses Ereignis war für mein weiteres Leben sehr prägend.

Warum hasserfüllte Zeit? Weil es viele persönliche Angriffe und Diffamierungen gab. Äußerungen im Lehrerzimmer 1990 wie „Alle Roten müsse man auf dem Marktplatz aufhängen“ gingen an die Psyche, doch Aufgeben wollte ich nicht! Aus heutiger Sicht war das eine gute Entscheidung! Damals Anfang der neunziger Jahre hatte ich schon Existenzangst.

Den Tag der Einheit am 3. Oktober 1990 erlebte ich deshalb mit sehr gemischten Gefühlen. Die DDR wurde beerdigt, Ostdeutschland trat der Bundesrepublik Deutschland bei. Zwei völlig verschiedene Staatssysteme wurden „vereinigt“. Wie soll das funktionieren? Ich vertrat damals wie heute die Auffassung, eine Vereinigung auf Augenhöhe braucht Zeit für gemeinsame Veränderungen. Dies war aber durch den Druck der Demonstranten und konservativer Politiker nicht gewollt.

Durch die schnelle Währungsumstellung ging die Wirtschaft Ostdeutschlands krachen. Die Staatsbetriebe wurden abgewickelt oder an Westunternehmen verschenkt. Ostdeutschland wurde die Wirtschaftskraft und Selbstständigkeit genommen! Bei einer Vereinigung hätte man diesen Prozess gestalten können!

Seit 30 Jahren versuchen wir nun gemeinsam die Vereinigung zu gestalten. Große Veränderungen erlebten die neuen Bundesländer Sachsen, Sachsen- Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg – Vorpommern. Millionen von Menschen verloren ihre Arbeit, erlernten neue Berufe und ein neues Staatssystem. Alle ostdeutschen Familien mussten ihr Leben von gestern auf heute umstellen. Für einige brach eine Welt zusammen. Der neue Staat hat es in 30 Jahren nicht vermocht, die großen sozialen Probleme wie Arbeitslosigkeit, Armut und Bildung zu lösen.

Deshalb bin ich nach 30 Jahren Deutsche Einheit mit der gesellschaftlichen Entwicklung nicht zu frieden. Die Macht des Geldes und der Wirtschaft prägt Deutschland. Mit Demokratie, also Volksherrschaft , hat dies nichts zu tun. Die Lobby der Banken und Wirtschaftsbosse ist um ein Vielfaches größer als die Lobby der Bürgerinnen und Bürger.

Ich bin mit 30 Jahre Deutsche Einheit auch deshalb nicht zufrieden, weil Deutschland sich wieder an Kriegen beteiligt. Die Welt wird nicht durch militärische Einsätze wie z.B. in Afghanistan friedlicher und demokratischer. Gewalt erzeugt immer Gegengewalt, dies trifft auch für das Militär zu! Deshalb muss sich ein wirklich demokratischer Staat für Frieden, Stabilität und Abrüstung weltweit einsetzen!

Die versprochenen „blühenden Landschaften“ gibt es nicht. Sicherlich ist in den letzten 30 Jahren viel Neues gerade in Ostdeutschland entstanden. Durch Milliardeninvestitionen im Straßenbau, in der Stadtsanierung, Infrastruktur und Wirtschaft hat sich Ostdeutschland weiter entwickelt. Die Städte und Gemeinden haben ein modernes Aussehen erhalten.

Prägend für die Weiterentwicklung der Kommunen ist aber ihre Wirtschaftskraft. Die Abwanderung vieler junger gut ausgebildeter Menschen aus dem Osten in den Westen verschärften die wirtschaftlichen und sozialen Probleme. Die Unzufriedenheit, Abhängigkeit und soziale Kluft nahm zu.

Eine gemeinsame gesamtstaatliche Lösung muss endlich gefunden werden, damit sich Ostdeutschland nicht weiter zur Seniorenresidenz entwickelt. Deutschland braucht mehr Einigkeit, Recht, Freiheit, Solidarität und Menschlichkeit!

Marion Junge, ehemalige Landtagsabgeordnete und Stadträtin der Fraktion DIE LINKE

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