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Berliner Erklärung zur Banken- und Finanzkrise von der Akademie Solidarische Ökonomie

Erstellt am: 1 November, 2011 | Kommentieren


Innerhalb von drei Jahren wiederholt sich eine Banken- und Finanzkrise, die auch die reichen Industriestaaten in einen drohenden Staatsbankrott treibt und die effektive Realwirtschaft empfindlich gefährdet. Menschen in aller Welt stehen auf im Protest gegen eine Finanzwirtschaft, die den Menschen nicht dient, sondern sie beraubt.

Die Politiker versprechen zum zweiten Mal, der ungezügelten Finanzwirtschaft Fesseln anzulegen. Wir rufen alle Menschen auf: Lasst Euch nicht ein zweites Mal betrügen!

Es geht nicht nur um eine unzureichende Regulierung des Bankenwesens. Es geht um eine tiefgreifende Fehlentwicklung unserer Wirtschaftsweise. Darum richtet sich der Protest der Menschen in aller Welt nicht nur gegen ein irrsinnig gewordenes Finanzsystem. Er richtet sich ebenso gegen die wachsende Kluft zwischen Arme und Reiche, gegen Arbeitslosigkeit und prekären Einkommensverhältnisse, gegen den Irrsinn einer Überproduktion von Nahrungsmitteln und weltweiten Hungerkatastrophen, gegen die erkannten aber nicht ausreichend bekämpften Umweltzerstörungen, gegen Rüstungsindustrie und Kriege, die „befrieden“ sollen, aber neue Kriege und Terror provozieren.

Deutlich ist: Der globalisierte Kapitalismus ist zu einer selbstmörderischen Entgleisung der menschlichen Kultur geworden.
Der Krebsschaden unserer Wirtschaftsweise ist die Herrschaft kapitalistischer Prinzipien und Ideologien: nicht die Bereitstellung sinnvoller Güter und Dienstleistungen und menschenwürdiger Arbeitsplätze ist hier Ziel des Wirtschaftens, sondern die Maximierung der Rendite für einige Kapitaleigner. Damit wird der Sinn des Wirtschaftens auf den Kopf gestellt und pervertiert.

Wir widersprechen der Behauptung, dass es zur kapitalistischen Marktwirtschaft keine Alternative gäbe, und dass der Mensch ein nur auf materielle Bereichung, Egoismus, Konkurrenz und Aggression hin angelegtes Wesen sei. Wir sind davon überzeugt, dass der Mensch auch ein zur Kooperation, gegenseitiger Wertschätzung und Solidarität begabtes Wesen ist. Und wir sind mit vielen Menschen davon überzeugt, dass eine Wirtschaft möglich ist, in der Menschenwürde, Kooperation, Solidarität und ökologische Zukunftsfähigkeit verwirklicht werden können.

Wir suchen und fordern den Umbau unserer Wirtschaftsweise,

  • in der das Finanzsystem vom spekulativen Geldhandel befreit, dem Banken- und Kreditwesen die abschöpfende Funktion genommen und zu seiner gemeinwohlorientierten und dienstleistenden Funktion zurückgeführt wird;
  • in der Eigentum nicht mehr zur leistungslosen Abschöpfung fremder Leistung genutzt werden kann und Grund und Boden und Öffentliche Güter wieder in Gemeineigentum übergehen;
  • in der die Unternehmen nach ökologischen, sozialen und gemeinwohlorientierten Kriterien und in Mitbestimmung aller Beteiligten geführt werden;
  • in der ein leistungsgerechtes und solidarisches Lohnsystem realisiert, überhöhte Löhne ausgeschlossen und Mindestlöhne gewährt werden;
  • in der eine Arbeitskultur entwickelt wird, in der jeder Arbeitsfähige einträgliche Erwerbsarbeit findet und Familienarbeit und gesellschaftliche Tätigkeit gleichwertigen Raum finden;
  • in der ein solidarisches Steuer- und Sozialsystem realisiert wird, in dem von allen Einkünften solidarische Beiträge erhoben werden und eine soziale Grundsicherung für jeden gegeben ist;
  • in der eine ökologische Kreislaufwirtschaft mit hoher Effizienz und größtmöglicher Ressourceneinsparungen realisiert wird;
  • in der die räuberische Globalisierung in eine ökosoziale verwandelt wird, in der weltweit faire Handelsbedingungen, sozialökologische Mindeststandards und die Stärkung der regionalen Wirtschaft oberste Prinzipien werden.

Wir rufen alle Menschen guten Willens auf, sich für die Überwindung der kapitalistischen Wirtschaftsprinzipien und für das Gewinnen einer lebensdienlichen, gemeinwohlorientierten, solidarischen Wirtschaftsweise einzusetzen.

Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger auf, sich am politischen Kampf für eine solidarische Gesellschaft und reale Beteiligungsdemokratie zu beteiligen und in eigener Bewusstseinsbildung, in Diskussionen mit Nachbarn, Kollegen und Freunden dazu beizutragen.

Wir rufen die Politiker auf, sich aus der Abhängigkeit von der Wirtschaft zu befreien und die Rahmenbedingungen für eine gemeinwohlorientierte Ökonomie abzusichern.

Wir rufen die Verantwortlichen in der Wirtschaft auf, sich vom Diktat der Profitmaximierung zu lösen, das wirtschaftliche Handeln gemeinwohlorientiert auszurichten und kooperativ zu gestalten.

Wir rufen alle zivilgesellschaftlichen Kräfte (Gewerkschaften, Bildungsträger, Kirchen, Wissenschaftler, Künstler, Kulturträger u.a.) auf, den Bewusstseinswandel in unserer Gesellschaft voranzutreiben und sich für eine Neuordnung unserer Wirtschaftsweise miteinander zu verbünden.

Erste Leitvorstellungen, Bausteine und Modelle einer postkapitalistischen Ökonomie sind in der Akademie Solidarische Ökonomie erarbeitet worden und werden hier ständig weiter entwickelt.
Sie sind einzusehen unter: www.akademie-solidarische-oekonomie.de

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