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Kultusministerium schönt Unterrichtsausfall-Statistik in Sachsen – LINKE starten Schülerbefragung!

Erstellt am: 30 November, 2011 | Kommentieren

Die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Cornelia Falken, erklärt: Das Kultusministerium hält sich nicht an die Aussage seines Ministers, der vorm Landtag gesagt hat: Unterrichtsausfall bedeutet, dass kein Lehrer vor der Klasse steht.

Stattdessen heißt es in den „Erläuterungen zur Erfassung des Unterrichtsausfalls“, den die Schulleiter vom Ministerium erhalten haben: Als „fachgerecht vertretene Unterrichtsstunden“ ist auch „Stillbeschäftigung“ zu verstehen, bei der kein Lehrer vor der Klasse steht. Bei Förderschulen können „pädagogische Unterrichtshilfen“, Erzieher/innen, den Unterricht leisten, also keine Lehrer.

Des weiteren werden als Unterrichtsausfall nicht erfasst: Schüler einer Klasse, für die kein Lehrer zur Verfügung steht, werden über alle Klassenstufen verteilt. Ein Lehrer beschäftigt zwei Klassen gleichzeitig und pendelt zwischen zwei Klassenzimmern. Auch der Einsatz von Ein-Euro-Jobbern, die für technische Aufgaben zuständig sind, und Verkehrshelfern (Schülerlotsen) zur Betreuung von Schülern in regulären Unterrichtsstunden schönt die Statistik.

Ebenfalls keine Berücksichtigung in der Unterrichtsausfall-Statistik finden der gestrichene Förderunterricht (in dem leistungsschwächere bzw. leistungsstärkere Schüler/innen eine individuelle Förderung erhalten) und ausgefallene Integrationsstunden für Kinder, die bisher an Förderschulen unterrichtet wurden und nun in allgemeinbildende Schulen integriert werden. In der Statistik fehlen auch die ausgefallenen Stunden, die die Lehrer/innen dem Schulvorbereitungsjahr der Kita-Kinder widmen sollen, und Ganztagsangebote, die nicht stattgefunden haben.

Aus all diesen Gründen gibt es bisher keine realistische Unterrichtsausfall-Statistik in Sachsen. Zu der Behauptung des Kultusministers, der selbst in seiner geschönten Statistik angedeutete starke Anstieg des Unterrichtsausfalls im Schuljahr 2010/2011 sei Folge des harten Winters, wird unter Lehrern in Sachsen lakonisch angemerkt: Der harte Winter im Schuljahr 2011/2012 hat bereits im August/September begonnen. Tatsächlich gibt es im Nachbarland Bayern keinerlei Veränderung des Ausmaßes von Unterrichtsausfall durch das Wetter.

Deshalb haben wir einen Antrag „Unterrichtsausfall in Sachsen unterbinden!“ eingebracht, der auf die Ermittlung realistischer Zahlen und daraus abzuleitende Zuweisung des erforderlichen Lehrerpersonals drängt. Wir fordern die FDP auf, im Geiste ihres Antrags vom 2005, der sich ebenfalls für eine transparente Statistik eingesetzt hat, unserem Antrag zuzustimmen.

Gleichzeitig starten für eine Postkarten-Aktion „Wo fällt der meiste Unterricht aus?“, mit der alle Schüler/innen im Freistaat Sachsen aufgefordert werden, im Zeitraum von Dezember 2011 bis März 2012 über zwei zusammenhängende Wochen alle Unterrichtsstunden, die ganz ausfallen oder nicht fachgerecht vertreten werden, zu notieren und uns zuzuschicken.

Die Karte kann auch online unter www.linksfraktion-sachsen.de/unterrichtsausfall ausgefüllt werden.

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