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In die Zukunft investieren – Für starke Volkshochschulen in Sachsen!

Erstellt am: 1 Oktober, 2015 | Kommentieren

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Grußwort der Landtagsfraktion DIE LINKE. Sachsen anlässlich 25 Jahre Volkshochschulverband in Sachsen 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Freunde der Volkshochschulen,

der Freistaat Sachsen steht, 25 Jahre nach der Wiedervereinigung, vor der größten Herausforderung seit seiner Gründung: die Einwanderung gestalten. Sachsen ist zu einem Einwanderungsland geworden. Land und Leute werden sich verändern. Einwanderung und Asyl verlaufen nicht konfliktfrei. Sie bedürfen auf beiden Seiten der Bereitschaft zu einer zivilen Konfliktlösung.

Das stellt auch die Weiterbildung vor neue Herausforderungen. Als die Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag im November vergangenen Jahres einen Antrag ins Parlament einbrachte, der die Staatsregierung aufforderte, einen „Masterplan Erwachsenenbildung“ für den Freistaat Sachsen aufzulegen“, wollten wir eine flächendeckende Förderung der politischen Bildungsarbeit in Sachsen erreichen. Welche Bedeutung politische Bildung und eine interkulturelle Öffnung hierzulande haben, das wird erst in diesen Wochen so richtig deutlich.

Im Zusammenhang mit den Montagsdemonstrationen der sog. „patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ ist die politische Bildung in Sachsen in die Kritik geraten. So titelt die Dresdner Morgenpost im Januar: „Gibt’s an Sachsens Schulen zu wenig politische Bildung, Frau Kurth?“. Die Zeitung beruft sich u.a. auf Thomas Krüger, den Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung. Dieser kritisiert in Sachsen eine Bevorzugung der Naturwissenschaften gegenüber der politischen Bildung. Auch der Landeschülerrat beklagt, dass der politische Unterricht in Sachsens Schulen zu kurz komme. Die Schülerinnen und Schüler berichten von Lehrkräften, die sich unter Verweis auf den Lehrplan weigern, aktuelle politische Ereignisse zu diskutieren. Sie wünschen sich „eine Ausweitung des Gemeinschaftskundeunterrichts“. DIE LINKE hat einen entsprechenden Antrag im Parlament eingebracht. Auch hier ist die Weiterbildung gefragt.

Am Welt-Alphabetisierungstag, das war der 8. September 2015, haben Bund und Länder eine „Dekade für Alphabetisierung“ ausgerufen. Deren Ziel soll es sein, „in den nächsten zehn Jahren die Lese- und Schreibfähigkeit von Erwachsenen deutlich (zu) verbessern“. Schätzungen zufolge gibt es in Sachsen etwa 220.000 funktionale Analphabeten, die mit den Programmen und Projekten erreicht werden könnten. Die Maßnahmen des Bundesbildungsministeriums werden insbesondere für arbeitsmarktnahe Themen und Zielgruppen gelten. Betont wird aber auch, dass die geförderten Programme und Projekte den Flüchtlingen offen stehen. Für entsprechende Alphabetisierungsprojekte stellt das Bundesbildungsministerium in dieser Dekade bis zu 180 Mio. € zur Verfügung. DIE LINKE wird demnächst einen Antrag ins Parlament einbringen, der die Aktivitäten der Kultusbehörde thematisiert.

Wie steht es aktuell um die Weiterbildung in Deutschlands Regionen? Der kürzlich veröffentlichte Deutsche Weiterbildungsatlas der Bertelsmann Stiftung gibt dazu sehr detailliert Auskunft. In Sachsen nutzen weniger Menschen Angebote der Weiterbildung (11,9 Prozent) als im Bundesdurchschnitt (13,5 Prozent). Damit landet der Freistaat Sachsen auf Platz 14 der 16 Bundesländer. Die Studie zeigt zugleich große regionale Unterschiede innerhalb Sachsens: Nur in der Region Oberes Elbtal /Osterzgebirge (14,6 Prozent) ist die Teilnahme an Weiterbildung über dem Bundesdurchschnitt.

In der Weiterbildung konstant abgeschlagen sind vor allem Menschen ohne beruflichen Abschluss. Nur 6,4 Prozent von ihnen nutzen Möglichkeiten zur Weiterbildung. Dass Geringqualifizierte konstant und deutlich weniger an Weiterbildung teilnehmen als Höherqualifizierte zeigt einen dringenden Handlungsbedarf. In Sachsen hat sich laut Studie die Situation für Geringqualifizierte weiter verschlechtert. Des weiteren ist der Bertelsmann-Studie zu entnehmen: „Das öffentliche Weiterbildungsangebot der Volkshochschulen unterscheidet sich stark zwischen Ost- und Westdeutschland. Die niedrige Angebotsdichte im Osten ist auf die Fokussierung auf privatwirtschaftliche Weiterbildungsangebote im Zuge der Wiedervereinigung zurückzuführen.“ Auch hier gibt es politischen Handlungsbedarf in Sachsen! „Die Ergebnisse des Deutschen Weiterbildungsatlas belegen einen signifikanten Zusammenhang zwischen öffentlichen Kursangebot und der regionalen Weiterbildungsbeteiligung. Mit jedem öffentlichen Kurs pro 1000 Einwohner steigt im Schnitt auch die Weiterbildungsbeteiligung um 0,3 Prozent.“

Die Fraktion DIE LINKE wird sich weiter für eine bedarfsgerechte Mitfinanzierung der Volkshochschulen durch den Freistaat Sachsen einsetzen. Bei der öffentlichen Förderung (Landesmittel und kommunale Mittel) der Allgemeinen Weiterbildung ist der Freistaat Sachsen mit einer Förderung von 1,87 € pro EW (2012) das Schlusslicht aller 16 Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 3,32 €). Das muss sich in den nächsten Jahren ändern!

Es gibt eine Vielzahl an Aufgaben und Entwicklungspotenzialen in der Weiterbildung. Gemeinsam sollten wir, auch parteiübergreifend, für eine Stärkung der Weiterbildung in Sachsen einsetzen. Lebenslanges Lernen erfordert ganzheitliche Weiterbildung und neue Wege für mehr Bildungsteilhabe und-gerechtigkeit.

Im Namen der Landtagsfraktion DIE LINKE danke ich Ihnen, Ihren Mitarbeiter/innen und Dozentent/innen für die erfolgreiche und engagierte Arbeit und für die gute Zusammenarbeit. Ich persönlich habe in dem vergangenen Jahr, insbesondere auf meiner landesweiten Volkshochschultour, viel gelernt und die Vielfalt der Volkshochschulen erlebt. Dieser öffentliche Bildungsschatz ist unverzichtbar und sollte unbedingt erhalten und ausgebaut werden. Deshalb: In die Zukunft investieren – Für starke Volkshochschulen in Sachsen!

Marion Junge, Sprecherin für Bürgeranliegen, Petitionen und Weiterbildung

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