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Jetmir Igrishta darf nicht abgeschoben werden!

Erstellt am: 20 Dezember, 2018 | Kommentieren

Jetmir Igrishta befindet sich derzeit als einer der ersten Menschen in Abschiebehaft in Dresden und soll am 27. Dezember 2018 in den Kosovo abgeschoben werden. Sein Leben ist im Kosovo durch eine Blutrache in akuter Gefahr.

Seine Eltern und Geschwister wurden im April 2016 dorthin abgeschoben und berichten, dass sie wieder massiv bedroht werden. Dem Vater wurde offenbar sogar ein Bein gebrochen.

Die Tötungsabsichten richten sich jedoch gegen Jetmir, weil er gegen den Willen der Nachbarsfamilie seine damalige Freundin Adelina geheiratet hat. Dennoch wurde sein Asylantrag abgelehnt.

Die Familie war seit 2014 massiv bedroht worden und im Januar 2015 nach Deutschland eingereist, nachdem Jetmir bereits seit einem Jahr im Kosovo untergetaucht war und im Wald gelebt hatte.

Dazu erklärt Marion Junge, Mitglied der Fraktion DIE LINKE und Patin von Jetmir Igrishta:

Im Härtefall-Bericht von Jetmir Igrishta heißt es: „Die Nachbarsfamilie lebt sehr ,traditionell‘ nach dem Kanun, dem Volksgesetz. In diesem geht im Wesentlichen um Begriffe wie Ehre, Schuld und Sühne und es rechtfertigt oft und teilweise extreme Gewalttaten. Wir reden hier über die Auslöschung ganzer Familien. Und es wird im Allgemeinen höher angesehen als die normale Gesetzgebung.“

Aus meiner Sicht ist die geplante Abschiebung ein inhumaner Akt, weil das Leben eines jungen Mannes in akuter Gefahr ist. Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit! Wir fordern von den Behörden eine menschliche Lösung für diesen jungen Mann. Lasst Jetmir hier in Sachsen eine Ausbildung machen und ein neues Leben mit seiner Freundin aufbauen. Im August 2017 hätte er bereits in Pulsnitz eine Ausbildung in seinem Beruf als Elektriker beginnen können, die Firma hätte ihn gern aufgenommen. Daraus wird nun vorerst nichts. Junge Menschen, die gern hier arbeiten und leben wollen, sollten uns willkommen sein!

Morgen, am 21.12.2018, findet um 10 Uhr die Anhörung beim Landgericht in Dresden statt.

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