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Anspruch auf Vor- und Nachbereitungszeit ausdehnen und staatliche Ausbildung von Kita-Fachkräften ausbauen!

Erstellt am: 6 September, 2018 | Kommentieren

Marion Junge, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für Kindertageseinrichtungen, erklärt zur heutigen Landtagsdebatte über Qualität in den Kitas:

Vor einem Jahr haben wir ein Gesetz vorgelegt, das schrittweise den Betreuungsschlüssel in den Kindertageseinrichtungen verbessern soll (Drucksache 6/10764). Im Juni 2018 haben CDU und SPD das abgelehnt. Heute sprechen sie davon, sie wollten Schritt für Schritt mehr Qualität in den Kitas erreichen. Ich bezweifle aber, dass dieser Ankündigung Taten folgen werden.

Die Koalition hat sich heute gefeiert für die Anerkennung von zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeiten für Erzieherinnen und Erzieher. Allerdings kommt diese nur bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden pro Woche zum Tragen. Unsere Erzieher/Innen sind aber im Durchschnitt mit 32 Wochenstunden teilzeitbeschäftigt!

Ein sinnvoller Mindestwert für die kinderbetreuungsfreie Zeit liegt nach dem Standard des europäischen Kinderbetreuungsnetzwerks bei mindestens zehn Prozent der Arbeitszeit. Deshalb sollten alle Erzieher/innen mit einer Wochenarbeitszeit von mindestens 20 Stunden im ersten Schritt zwei Stunden zugebilligt bekommen, ab 2021 sollte dieser Anspruch schrittweise auf vier Stunden steigen.

Wir wollen bis 2030 den erforderlichen Qualitätsstandard beim Personalschlüssel erreichen. In der Krippe soll eine Fachkraft für drei, im Kindergarten für 7,5 und im Hort für 16 Kinder zuständig sein. Das gelingt nur, wenn wir mehr Erzieherinnen und Erzieher besser und praxisnäher ausbilden. Das Schulgeld abzuschaffen ist wichtig, reicht aber nicht – denn der wichtigste Hinderungsgrund für junge Menschen, einen Beruf in der Kindertagesbetreuung zu ergreifen, ist die sehr lange Ausbildungszeit ohne jede Ausbildungsvergütung. Deshalb darf der Staat die Ausbildung nicht länger an private Schulen abschieben, sondern er muss selbst aktiv werden.

 

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