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Kohle weg, Wasser da – Was tun gegen steigendes Grundhochwasser?

Erstellt am: 30 Mai, 2011 | Kommentieren

Jana Pinka, Umweltpolitische Sprecherin

Nasse Keller, überflutete Felder, verzweifelte Landwirte und Hausbesitzer. Diese Situation ist uns seit dem Hochwasser von 2002 nicht unbekannt. Mehrfach wiederholte sich diese Problematik, zuletzt im Sommer 2010. Da hinterließ das Oberflächenwasser zwar erneut Schäden, floss aber nach wenigen Tagen wieder ab. Das Grundwasser aber stieg. Was war passiert?

Normalerweise wird nach Niederschlägen ein Teil des Regens durch Pflanzen abgefangen, verdunstet und wird über Flussläufe weggeleitet. Je nach Bodenart können mehr oder weniger große Wassermengen im Boden zurückgehalten werden. Ein Teil davon versickert und bildet neues Grundwasser. Wenn große Wassermengen nicht über Pflanzen verdunstet werden können, versickert erheblich mehr und das Grundwasser steigt. Dies hält zumeist solange an, bis die Vegetationsperiode wieder beginnt.

Nun gibt es allerdings Regionen, da findet dieser Kreislauf nicht mehr statt. Dort entsteht dauerhaft Hochwasser unter der Erde, sogenanntes Grundhochwasser. Dafür gibt es natürliche aber auch gesellschaftliche Ursachen. Da sind zum einen die immensen Landschaftsveränderungen nach der Beendigung des Braunkohleabbaus. Infolge der Flutung von Tagebauen werden vorbergbauliche Grundwasserverhältnisse wieder erreicht und teils sogar überschritten. So erlangt bspw. die Lausitz wieder ihre wahre Bedeutung zurück. Auf sorbisch heißt Lausitz „Łužica“ und steht für „sumpfig-feuchte Wiesen“. Eine zweite Ursache ist der sinkende Wasserverbrauch. Es gibt weniger Industrie und Gewerbe und mehr Menschen, die bewusst Wasser sparen. Damit wird mancherorts mehr Wasser angeboten als verbraucht. Damit bekommen zum Beispiel auch Regionen mit stillgelegten Wasserwerken Probleme.

Zurück zu den ehemaligen Braunkohlebergbaugebieten. Hier wird schon länger beobachtet, dass ein bis an die Tagesoberfläche reichender Grundwasserwiederanstieg stattfindet. Im Rahmen von Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung stellen daher Bund und die Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Finanzen für Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren als Folge des Grundwasseranstiegs zur Verfügung. Allerdings greift das nur dann, wenn nachgewiesen wird, dass der Grundwasseranstieg tatsächlich Folge des Bergbaus ist. Menschen, die außerhalb dieser Projektgrenzen liegen, suchen meist vergeblich nach dem Verursacher ihres hohen Grundwassers und bleiben mit ihren Problemen allein. Hat der Betroffene allerdings „Glück“ und befindet sich innerhalb des Planungsgebietes, muss eine sog. Einzelfallentscheidung her. Dabei wird i.D.R. Zunächst immer erst nach einer Lösung gesucht, das Wasser auf einfache Art loszuwerden – durch Abpumpen, Grabensysteme, Verfüllung von Kellern etc. Greift das nicht, wird im Einzelfall als Maximallösung das gesamte Haus angehoben.

Im ehemaligen Bergbaugebiet Delitzsch/Bitterfeld wurde erkannt, dass die Drainagewirkung des Bächleins Lober wiederhergestellt werden muss, damit das hohe Grundwasser möglichst dauerhaft aus dem Stadtgebiet von Delitzsch abfließen kann. Hierzu wird zurzeit eine über Jahre entstandene, das Gewässerbett abdichtende Schicht entfernt, um den Austausch zwischen Oberflächenund Grundwasser wieder in Gang zu bringen. Damit dies dann auch hält, muss der Sanierung eine fachliche Pflege folgen, für die nach der Gewässerordnung der Freistaat zuständig ist. Zum Glück, denn die Unterhaltungspflicht kleiner Gewässer liegt in der Regel bei den Gemeinden, und denen fehlt oft das Geld, um ihre Gewässer in erforderlichem Umfang zu unterhalten.

Ein weiteres Beispiel zur Bekämpfung von Grundhochwasser liefert die Lausitzer Gemeinde Spreetal. Dort wurden „alte“ neue Grabensysteme wieder ausgebaut, um das in den umliegenden Gebäuden befindliche Wasser abzuleiten. Einen Haken hat die Sache allerdings: Im Ortsteil Burgneudorf versickert aus den alten Hochkippen eisen- und sulfatreiches Wasser in die Gräben, sodass die Qualitätsvorgaben für die Einleitung in die Kleine Spree nicht eingehalten werden können. Das braune Grabenwasser riecht nach faulen Eiern und ist mehr oder weniger biologisch tot. Hier muss bei der LMBV eine Wasserbehandlung eingefordert werden.

Gebietsweise liegen derzeit grobe Übersichtskarten über die Wasserstände vor. Für eine systematische Ursachen- und Maßnahmensuche für ganz Sachsen reicht das aber nicht aus. Deshalb hat die Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag einen Antrag eingebracht (Drs 5/5692), nach dem regionale Arbeitsgruppen zu bilden sind, die sich strukturiert und dauerhaft mit hohen Grundwasserständen und Vernässungen im Freistaat Sachsen auseinandersetzen. Folgende Schwerpunkte sollen betrachtet werden: Zustandserhebung und Ursachensuche, Maßnahmenempfehlung und Prüfung rechtlicher und finanzieller Fragen bei deren Umsetzung, Krisenmanagement und Erstellung eines Informations- und Kommunikationsplans.

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